Wann sprechen wir von Menopause und wann von den Wechseljahren? Gibt es einen Unterschied? Überall lesen und hören wir gerade Menopause hier, Wechseljahre da. Ob in Podcasts, auf Social Media, in fast allen Zeitschriften (nicht nur Frauenzeitschriften) und sogar die öffentlich rechtlichen TV-Sender greifen das Thema immer wieder auf.
Ich finde das sehr gut! Für viele Frauen, die heute davon betroffen sind, gab es über Jahre keine guten Ansprechpartner*innen dafür. Nicht alle Ärztinnen und Ärzte haben dieses Thema ausreichend auf dem Schirm. Um so besser, dass es in die Öffentlichkeit gebracht wird.
Bei den beiden Begriffen Menopause und Wechseljahre, sehe ich aber immer wieder, dass sie nicht korrekt verwendet werden. Im Großen und Ganzen geht es dabei immer um die Jahre der hormonellen Umstellung und der letzten Regelblutung der Frau. Ich helfe dir dabei, dies besser zu differenzieren, damit du weißt, wo du stehst.
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Wechseljahre trotz Periode?
Eine Frage, die im Gespräch mit Frauen immer wieder aufkommt. Ja, du kannst bereits in den Wechseljahren sein, obwohl du noch regelmäßig deine Menstruation hast. Warum wissen wir so wenig darüber? Denn unglaubliche neun Millionen Frauen in Deutschland sind schätzungsweise gerade davon betroffen: Wechseljahre, Perimenopause, Menopause. Aber kaum jemand spricht öffentlich darüber. Es gibt Frauen, die sich mit diesem Thema isoliert oder alleingelassen fühlen. Dazu kommt die Scham, als „alt“ abgestempelt zu werden.
Der weibliche Zyklus
Es ist kein Zufall, dass die Begrifflichkeiten rund um den weiblichen Zyklus und folglich später auch bei den Wechseljahren, oft durcheinander gewirbelt werden. Es wird schlicht und einfach zu wenig darüber gesprochen. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH aus 2025 unter 1.002 Frauen im Alter zwischen 14 und 50 Jahren zeigt das eindrücklich:
- 85 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass in der Öffentlichkeit wenig oder gar nicht über die Menstruation gesprochen wird.
- 91 Prozent finden, dass es zu wenig Informationen darüber gibt, welchen Einfluss Menstruation und Hormone auf die Gesundheit von Frauen haben.
- Und nur 46 Prozent der über 40-Jährigen dokumentieren ihren Zyklus.
Findest du dich in einer dieser Gruppen wieder? Ausgerechnet in der Lebensphase, die von starken hormonellen Veränderungen geprägt ist, schauen wir am wenigsten hin. Es ist an der Zeit, das zu ändern.
Wie wenig Gewicht das Thema hat, zeigt sich übrigens auch daran, wo über diese Umfrage berichtet wurde. Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte eine knappe Meldung zu dieser Studie in der Rubrik „Vermischtes“ unter der Überschrift: „Tabuthema Menstruation: Für Frauen wird zu wenig darüber geredet“. Schade, dass es auch hier nicht größer gemacht wird.
Die Wechseljahre
Sind Frauen wenigstens hier gut informiert? Gefühlt ja. Die Realität sieht leider anders aus, was aus dem DAK-Whitepaper Wechseljahre 2025 hervorgeht. Bundesweit wurden 2.500 Frauen zwischen 40 und 62 Jahren dazu befragt und das Ergebnis überrascht:
- Mehr als die Hälfte aller befragten Frauen glaubt, gut über die Wechseljahre Bescheid zu wissen. Paradoxerweise zeigen sich bei Fragen zu Beginn, Dauer und den biologischen Ursachen erhebliche Wissenslücken.
- Frauenärztinnen, Hausärzte oder Krankenkassen informieren kaum eigeninitiativ. Daher holen sich Frauen ihr Wissen zunehmend aus Zeitschriften, Sozialen Medien oder dem Freundeskreis.
- Kaum mehr als ein Drittel der Frauen dieser Umfrage fühlt sich in Bezug auf Wechseljahre von Ärztinnen und Ärzten ernst genommen.
- Trotz der Tatsache, dass 86 Prozent bereits typische Beschwerden erlebt und geäußert haben.
Wechseljahre, Perimenopause und Menopause. Was ist jetzt was?
Gesundheit sollte keine Glückssache sein, genau deshalb lohnt es sich, über den eigenen Körper Bescheid zu wissen. Schauen wir uns die Begriffe dieser Lebensphase einfach mal genauer an:
Begriff Nr. 1 – Wechseljahre
Die Wechseljahre sind der relativ lange Zeitraum, in dem deine Hormone beginnen, sich umzustellen bis zum Zeitpunkt der Menopause. Eigentlich sogar darüber hinaus. Das erkläre ich gleich noch genauer. Die Bezeichnung Wechseljahre ist also ein Überbegriff, der alles unter einen Hut bringt. Die hormonelle Umstellung beginnt lange vor deiner letzten Regelblutung. Dein Zyklus kann sich verändern, genauso wie deine Blutung stärker oder schwächer werden kann. Dieser Übergang kann Jahre dauern.
Begriff Nr. 2 – Prämenopause
Prä (lat. = „vor“). Die Prämenopause wird definiert als die Zeit vor der Menopause, in der sich erste, leichte Veränderungen im Zyklus zeigen ohne, dass Beschwerden auftauchen.
Begriff Nr. 3 – Perimenopause
Peri (lat. = „rundherum“). Die Perimenopause bezeichnet die Jahre rund um die letzte Regelblutung. Das ist die Phase, die die meisten als Wechseljahre bezeichnen. Sie dauert bis zum Einsetzen der Postmenopause.
Begriff Nr. 4 – Menopause
Die Menopause ist ein einziger Tag, denn sie bezeichnet nur eines: den Zeitpunkt deiner letzten Regelblutung. Mehr nicht. Allerdings wirst du zum Zeitpunkt deiner Menopause nicht wissen, dass du eben deine Menopause hattest. Es gibt keinen Brief, der dich erreicht mit „So, das war’s jetzt.“. Vielleicht erfährst du den Zeitpunkt auch nie.
Das Problem, den Zeitpunkt zu bestimmen, ist simpel. Woher weißt du, dass dies deine letzte Blutung war? Erst wenn deine Regelblutung zwölf Monate am Stück ausblieb, ohne dass es andere medizinische Ursachen dafür geben könnte, steht rückblickend der Zeitpunkt deiner Menopause fest.
Solltest du deinen Zyklus zuverlässig dokumentieren, kannst du im Nachhinein den Zeitpunkt feststellen. Tust du es nicht, wie 54 Prozent der über 40-jährigen Frauen aus der Forsa-Umfrage, wirst du vermutlich nicht genau sagen können, wann es war.
Begriff Nr. 5 – Postmenopause
Post (lat. = nach). Die Postmenopause ist demnach alles, was nach dem feststehenden Zeitpunkt der Menopause kommt. Sie beginnt 12 Monate nach der Menopause.
Was kommt danach?
Das Ende der Menstruation
Und jetzt? Alles vorbei? Die Regelblutung ist jetzt vorbei. Ja. Mögliche Beschwerden nicht unbedingt. Es kann noch dauern, bis sich dein Körper nach dieser langen Phase des Übergangs neu eingependelt hat. Der Begriff Postmenopause beschreibt einen neuen Lebensabschnitt. Er sagt nichts darüber aus, wie du dich zu fühlen hast.
Du brauchst kein Datum, um ernst genommen zu werden
Das Etikett dieser Phasen ist meiner Meinung nach gar nicht so wichtig. Wenn du Beschwerden hast, sollst du aber mit klaren Worten äußern können, worum es dir geht. Du wirst merken, dass sich etwas verändert. Vielleicht überrascht dich dein Zyklus, dein Schlaf verändert sich oder du merkst, dass du anders belastbar bist als vor einiger Zeit. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.
Jede Frau nimmt diesen Übertritt anders wahr. Manche merken von der ganzen Umstellung kaum etwas. Wieder andere brauchen Unterstützung, manchmal sogar über Jahre. Egal wie, es ist normal und darf aus der Tabuzone geholt werden.
Die Meinung anderer
Apropos Tabuzone. Ich habe kürzlich auf Social Media unter einem Beitrag zu Wechseljahren einen Kommentar eines Mannes gelesen. Sinngemäß schrieb er, „es kann doch nicht sein, dass eine Frau nicht darüber Bescheid weiß. Wie dumm kann eine Frau sein.“ Dazu fallen mir zwei Dinge ein:
- Wie langweilig muss einem Mann sein, Beiträge zu Wechseljahren zu lesen und die Kommentare zu studieren? Anscheinend hat er weder Freunde noch Hobby.
- Nur 26 % der befragten Männer konnten die biologische Kernaufgabe der Prostata korrekt benennen und über 50 % glaubte irrtümlich, dass auch Frauen eine Prostata besitzen. (aus einer Umfrage im Auftrag der European Association of Urology (EAU) unter 3.000 Männern)
Liebe Frauen, bitte lasst euch nicht verunsichern.
Die Wechseljahre sind nichts, wofür man sich schämen muss, sondern ein natürlicher Übergang.
Wenn du mehr über Wechseljahre erfahren willst bleib gerne hier und hol dir doch gleich mal mein E-Book.

