Woran denkst du beim Thema Fasten? Was taucht als Erstes vor deinem inneren Auge auf? Bei vielen Frauen ist es nicht der leere Teller. Darf ich raten? Es ist das Abführen, das den Beginn der Fastenzeit ausmacht. Es ist das große Glas mit Glaubersalz, das furchtbar schmeckt. Dieser eine Tag, an dem man sich nicht weiter als drei Meter von der Toilette entfernen traut. Und vielleicht sogar der Einlauf, den man sich antun muss, um mit dem Fasten überhaupt beginnen zu dürfen.
Genau diese Bilder halten viele davon ab, das Fasten überhaupt einmal auszuprobieren. Und das finde ich wirklich schade. Denn Fasten kann deinem Körper so viel Gutes tun, und die Darmreinigung gehört heute nicht mehr zwingend dazu.
Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Mir ist klar, dass ich damit in der Fastenbubble nicht nur Applaus ernten werde. Aber wenn ich auch nur einer Leserin die Angst vor dem ersten Fasten nehmen kann, hat es sich gelohnt.
Ist altbewährt noch zeitgemäß?
Viele klassische Fastenmethoden wurden vor rund 100 Jahren entwickelt. Damals waren sie echte Pionierarbeit und sie haben bis heute unzähligen Menschen geholfen. Dazu gehören Heilfasten nach Buchinger, Hildegardfasten, die F.X.-Mayr-Kur mit ihren altbackenen Brötchen.
Nach dieser langen Zeit, lohnt sich jedoch ein ehrlicher Blick auf manche Bausteine. Denn Erforschung des Mikrobioms ist eine sehr junge Disziplin und wurde damals nicht bedacht. Als Startpunkt wird meist das Human Microbiome Project ab 2007/2008 genannt. Das sind etwa 20 Jahre.
Wenn wir heute also auf diese traditionellen Regeln des Heilfastens schauen, wirken einige davon eher wie ein Zeitdokument als wie eine Empfehlung für Frauen in der Lebensmitte. Die Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt. Warum sollte sich das Fasten nicht mit diesen neuesten Erkenntnissen weiter entwickeln dürfen?
Sind Glaubersalz und Einlauf obligatorisch?
In meiner eigenen Ausbildung zur Fastenleiterin habe ich es noch ganz klassisch gelernt. Zu Beginn des Fastens wird mit Glaubersalz abgeführt. Punkt. Und während der Fastentage soll alle zwei bis drei Tage ein hoher Einlauf gemacht werden, da sonst zurückgebliebene Essensreste im Darm anfangen würden zu faulen und Gärprozesse entstehen könnten.
Diese Vorstellung hält sich bis heute hartnäckig in weiten Teilen der Fastencommunity. Nur stimmt sie so nicht. Dein Darm ist kein Abflussrohr, in dem vergessene Reste beginnen zu stinken. Dein Darm ist ein lebendiges Organ, das sich ganz wunderbar durch seine unzähligen kleinen Helfer, die Darmbakterien, selbst regulieren und sauber halten kann.
Glaubersalz verhält sich ziemlich radikal im Darm. Das Natriumsulfat kann von der Darmschleimhaut kaum aufgenommen werden. Durch seine osmotische Wirkung bindet es das Wasser im Darminneren und zieht zudem Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Darm. So wird innerhalb kurzer Zeit alles herausgespült, was dort lebt. Dazu gehören leider auch die vielen hilfreichen Bakterien, die du eigentlich gern behalten möchtest.
Aus der Forschung zur Darmvorbereitung vor Darmspiegelungen weiß man, dass so eine Spülung das Mikrobiom vorübergehend kräftig durcheinanderbringt.
Der Gedanke an ekelhaft schmeckendes Salzwasser, Bauchgrummeln und Einlaufbeutel ist für viele Frauen eine riesige Hürde. Diese Themen sind sehr intim. Kein Wunder, dass so viele lieber gar nicht erst anfangen.
In meiner eigenen Ausbildung zur Fastenleiterin habe ich es noch ganz klassisch gelernt. Zu Beginn des Fastens wird mit Glaubersalz abgeführt. Punkt. Und während der Fastentage soll alle zwei bis drei Tage ein hoher Einlauf gemacht werden, da sonst zurückgebliebene Essensreste im Darm anfangen würden zu faulen und Gärprozesse entstehen könnten.
Diese Vorstellung hält sich bis heute hartnäckig in weiten Teilen der Fastencommunity. Nur stimmt sie so nicht. Dein Darm ist kein Abflussrohr, in dem vergessene Reste beginnen zu stinken. Dein Darm ist ein lebendiges Organ, das sich ganz wunderbar durch seine unzähligen kleinen Helfer, die Darmbakterien, selbst regulieren und sauber halten kann.
Glaubersalz verhält sich ziemlich radikal im Darm. Das Natriumsulfat kann von der Darmschleimhaut kaum aufgenommen werden. Durch seine osmotische Wirkung bindet es das Wasser im Darminneren und zieht zudem Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Darm. So wird innerhalb kurzer Zeit alles herausgespült, was dort lebt. Dazu gehören leider auch die vielen hilfreichen Bakterien, die du eigentlich gern behalten möchtest.
Aus der Forschung zur Darmvorbereitung vor Darmspiegelungen weiß man, dass so eine Spülung das Mikrobiom vorübergehend kräftig durcheinanderbringt.
Der Gedanke an ekelhaft schmeckendes Salzwasser, Bauchgrummeln und Einlaufbeutel ist für viele Frauen eine riesige Hürde. Diese Themen sind sehr intim. Kein Wunder, dass so viele lieber gar nicht erst anfangen.
Menschen konnten schon fasten.
Stell dir unsere Vorfahren vor. Die Ernte ist schlecht ausgefallen, kein Fisch ist ins Netz gegangen, die Jagd war erfolglos. Was auch immer der Grund war. Der Teller blieb leer. Ein, zwei, drei Tage gibt es einfach nichts zu essen. Der menschliche Körper ist genau dafür gemacht, solche Zeiten gut zu überstehen.
Hat sich damals irgendjemand hingestellt und gesagt „Oh, nichts zu essen da, dann mache ich jetzt erst einmal einen Einlauf“? Natürlich nicht. Das Fasten hat trotzdem funktioniert.
In deinem Darm lebt eine riesige Gemeinschaft aus Billionen von Bakterien. Sie sind täglich dabei, aus der Nahrung die reinkommt, das Beste herauszuholen, damit der Körper mit allen Nährstoffen versorgt wird. Sie bilden Botenstoffe und beeinflussen den Hormonstoffwechsel, zum Beispiel den Östrogen-Stoffwechsel über das sogenannte Estrobolom. Allerdings kämpfen sie auch um ihren Platz. Nützliche gegen diejenigen, die uns nicht so gut tun. Mit unserer Nahrung können wir steuern, welche wir füttern.
Du kannst deinem Darm auf zwei Wegen Gutes tun: indem du ihn mit ballaststoffreicher Nahrung fütterst, und indem du ihm auch mal eine Pause gönnst. Eine Pause bedeutet aber nicht, dass er vorher leergespült werden muss.
Wirkt Fasten auch ohne Darmreinigung?
Ja. Die gesundheitlichen Effekte des Fastens entstehen nicht durch das Abführen. Sie entstehen in deinen Zellen, weil sie für eine Weile keine Nahrung von außen bekommen. Damit verschaffst du deinem Körper eine Pause von der Verdauungsarbeit.
Stell dir vor, du arbeitest im Büro. Mehrmals täglich kommen Kollegen und bringen dir einen neuen Fall zur Bearbeitung. Dazu eine Flut von Emails und Anrufen. Dein Schreibtisch ist voll mit Fällen, die du erledigen musst. Und dann, an einem, zwei oder mehr Tagen bringt niemand neue Fälle rein. Du arbeitest in Ruhe das weg, was auf deinem Tisch liegt. Je nachdem, wie lange dieser wunderbare Zustand anhält, kannst du den alten Kram richtig gut wegarbeiten, bis am Ende dein Schreibtisch vielleicht sogar leer ist und du eine freie Fläche vor dir hast. Sogar ohne dass vorher jemand alles aus dem Büro geräumt hat. Ist das nicht eine schöne Vorstellung? So fühlt sich dein Körper beim Fasten. Ohne Einlauf.
Das nennt sich Autophagie, das zelleigene Recyclingprogramm. Fehlt der ständige Nachschub an Nahrung, beginnen deine Zellen, alte und beschädigte Bestandteile abzubauen und wiederzuverwerten. Ausgelöst wird das durch die Essenspause, nicht durch Glaubersalz. Wenn du mehr darüber lesen möchtest, schau gern in meinen Artikel Autophagie: wenn deine Zellen aufräumen.
Einige moderne Fastenprogramme verzichten deshalb inzwischen ganz bewusst auf das Abführen zu Beginn. Auch meine Fastenkurse starten ohne Glaubersalz und Einlauf. Und sie funktionieren trotzdem, die Teilnehmerinnen spüren die Leichtigkeit, die Klarheit und die Energie, die Fasten mit sich bringt.
Und beim Intervallfasten wird ebenfalls nicht abgeführt und trotzdem hat sich diese Fastenmethode inzwischen für viele bewährt. Die Essenspausen sind der Schlüssel.
Noch ein wichtiger Hinweis: Fasten ist nicht uneingeschränkt für jede geeignet. Bei Vorerkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei einer Essstörung in der Vorgeschichte sprich bitte vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Auch Kinder dürfen nicht fasten, sie befinden sich im Wachstum.
Ja. Die gesundheitlichen Effekte des Fastens entstehen nicht durch das Abführen. Sie entstehen in deinen Zellen, weil sie für eine Weile keine Nahrung von außen bekommen. Damit verschaffst du deinem Körper eine Pause von der Verdauungsarbeit.
Stell dir vor, du arbeitest im Büro. Mehrmals täglich kommen Kollegen und bringen dir einen neuen Fall zur Bearbeitung. Dazu eine Flut von Emails und Anrufen. Dein Schreibtisch ist voll mit Fällen, die du erledigen musst. Und dann, an einem, zwei oder mehr Tagen bringt niemand neue Fälle rein. Du arbeitest in Ruhe das weg, was auf deinem Tisch liegt. Je nachdem, wie lange dieser wunderbare Zustand anhält, kannst du den alten Kram richtig gut wegarbeiten, bis am Ende dein Schreibtisch vielleicht sogar leer ist und du eine freie Fläche vor dir hast. Sogar ohne dass vorher jemand alles aus dem Büro geräumt hat. Ist das nicht eine schöne Vorstellung? So fühlt sich dein Körper beim Fasten. Ohne Einlauf.
Das nennt sich Autophagie, das zelleigene Recyclingprogramm. Fehlt der ständige Nachschub an Nahrung, beginnen deine Zellen, alte und beschädigte Bestandteile abzubauen und wiederzuverwerten. Ausgelöst wird das durch die Essenspause, nicht durch Glaubersalz. Wenn du mehr darüber lesen möchtest, schau gern in meinen Artikel [Autophagie: wenn deine Zellen aufräumen](LINK EINFÜGEN).
Einige moderne Fastenprogramme verzichten deshalb inzwischen ganz bewusst auf das Abführen zu Beginn. Auch meine Fastenkurse starten ohne Glaubersalz und Einlauf. Und sie funktionieren trotzdem, die Teilnehmerinnen spüren die Leichtigkeit, die Klarheit und die Energie, die Fasten mit sich bringt.
Und beim Intervallfasten wird ebenfalls nicht abgeführt und trotzdem hat sich diese Fastenmethode inzwischen für viele bewährt. Die Essenspausen sind der Schlüssel.
Noch ein wichtiger Hinweis: Fasten ist nicht uneingeschränkt für jede geeignet. Bei Vorerkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei einer Essstörung in der Vorgeschichte sprich bitte vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Auch Kinder dürfen nicht fasten, sie befinden sich im Wachstum.
Mein Fasten-Angebot in Bamberg
Genau nach diesem Ansatz sind meine Fastenprogramme gebaut. Meine aktuellen Termine und Fastenkurse findest du hier: Link zur Angebotsseite.
Das erwartet dich in meinen Fastenkursen:
- Gemeinsame Treffen, bei denen ich das Wichtigste übers Fasten erzähle
- Handouts und passende, einfache Fastenpläne nach dem modernen Fastenansatz
- Sanfte Bewegung und Spaziergänge an der frischen Luft
- Raum für Austausch mit anderen Fastenteilnehmerinnen
- Und das Beste: Niemand muss bei mir Glaubersalz trinken
Vielleicht hast du schon Fastenerfahrung und möchtest es einmal sanfter erleben. Oder du hast dich bisher einfach nicht getraut. Beides ist herzlich willkommen.
Fasten darf sich leicht anfühlen
Fasten ist Urlaub für deinen Körper. Dazu musst du keine Mutprobe mit Salzwasser bestehen und keinen Einlaufbeutel im Badezimmerschrank aufbewahren. Es braucht nur ein bisschen Neugier und die Bereitschaft, deinem Körper eine Pause zu schenken.
Deine kleine Beobachtungsaufgabe: Achte in den nächsten Tagen einmal darauf, wie sich dein Bauch zwischen zwei Mahlzeiten anfühlt. Wann meldet sich echter Hunger, und wann ist die nächste Mahlzeit oder der Snack eher Gewohnheit oder Langeweile? Notiere dir zwei, drei Beobachtungen. Vielleicht überrascht es dich, wie gut dein Körper Essenspausen schon heute meistert.
Wenn du Lust bekommen hast, es gemeinsam auszuprobieren, freue ich mich riesig auf dich. Schau gleich in meine aktuellen Termine.
