Es ist Fastenzeit. Das Thema, das uns aktuell wieder in vielen Zeitschriften oder auch in der Social Media Welt begegnet. Viele fasten zu beginn des Jahres, zum Beginn des Frühlings oder in der christlichen Fastenzeit vor Ostern. Während der 40tägigen Fastenzeit vor Ostern (Aschermittwoch bis Karsamstag) verzichten viele auf eine bestimmte Sache, sei es Alkohol oder Süßigkeiten oder Medienkonsum.
Ein Fastenprogramm, wie zum Beispiel das Heilfasten, Fasten nach Buchinger oder Saftfasten, ist meist auf einen kürzeren Zeitraum von einer Woche begrenzt. Verschiedene Anbieter oder auch Hotels bieten die klassischen „Fastenwoche“ an. Doch was passiert eigentlich im Körper beim Fasten und sind sieben Tage wirklich ideal? Was verändert sich bei längeren oder kürzeren Fastenzeiträumen? Diese Frage ist einen kleinen Vergleich wert:
3 Tage: Schnupperfasten
Drei Tage Fasten sind zwar ein sehr kurzer Zeitraum aber auch gut geeignet als Einstieg. Vor den eigentlichen Fastenbeginn planst du einen Entlastungstag mit schonender Ernährung. Am Morgen des ersten Fastentages wird abgeführt, also der Darm wird entleert. Dann beginnt das eigentliche Fasten. Im Gegensatz zu 7 Tagen Heilfasten findet bei einer sehr kurzen, bis zu 3 Tagen andauernden Heilfastenzeit nur eine oberflächliche Entgiftung und Zellreparatur statt. Trotzdem sind auch kurze Fasteneinheiten lohnenswert, denn der Körper kann schnell mit der neuen Situation (ohne feste Nahrung) umgehen und provitiert davon. Außerdem ist die persönliche Hemmschwelle mit dem Fasten überhaupt zu beginnen, bei der kurzen Zeit niedriger.
5 Tage: Kurze Fastenwoche
Ab hier wird es spannend. Nach etwa 2 Fastentagen beginnt der Körper damit, von Glykose- auf Fettverbrennung umzustellen. Du kommst in die Ketose, das ist der Stoffwechselvorgang, bei dem primär Fett zur Energiegewinnung genutzt wird, da die Glykogenspeicher inzwischen leer sind. Dieser Zustand kann sich positiv auf deine Blutzuckerwerte und die Insulinresistenz auswirken. Ab dem dritten Fastentag startet zudem die Autophagie, ein Reinigungsprozess auf Zellebene. Alte oder beschädigte Bestandteile werden von der „internen Müllabfuhr“ aus der Zelle abtransportiert, was deine Zellen funktionsfähig und jung erhält.
7 Tage: Der Klassiker
Die klassische Fastenwoche ermöglicht deinem Körper schon eine intensive Regeneration. Die Autophagie läuft bereits und verbesserte Blutwerte sind jetzt messbar im vergleich zu kürzeren Fastenzeiten.
10 Tage: Therapeutisches Fasten
Wenn du es schaffst an die klassische Fastenwoche nur 3 weitere Tage anzuhängen, betritts du den Bereich des therapeutischen Fastens. Es wird sich eine tiefgreifendere Regeneration des Körpers feststellen lassen. Zu den Effekten der Ketose und der Autophagie kommen möglicherweise einige Kilogramm Gewichtsverlust. Dies und die Gewebsentgiftung kann geringere Entzündungswerte zur Folge haben. Das wiederum wird zu besseren Cholesterin- und Blutdruckwerten führen.
Hinweis: Ab einer Länge von mehr als 10 ist das Fasten nur unter ärztlicher Aufsicht oder zumindest vorheriger ärztlicher Abklärung durchzuführen.
14 Tage: Fasten-Kur
Wenn du an einem 14-tägigen Heilfastenprogramm teilnimmst, wird eine nachhaltige Bindegewebs- und Zellreinigung im Körper erzielt, die Darmflora regeneriert sich und das Immunsystem wird gestärkt. Alle vorher genannten Effekte haben Zeit zu entstehen und zu arbeiten. Die Durchführung des 14-Tage-Heilfastens wird oft in Gruppe angeboten oder während eines Kuraufenthaltes unter Aufsicht ausgebildeter Fastenleiter durchgeführt.
21+ Tage: Medizinisches Fasten
Ab einem Zeitraum von drei oder mehr Wochen erreicht man nahezu einen vollständigen Neustart des Körpers, da sich die Organe, der Darm, das Immunsystem und die Zellen bei richtiger Durchführung komplett regenerieren. Heilfasten dieser Dauer wird nur in Fastenkliniken unter medizinischer Aufsicht genutzt, um chronische Krankheiten zu lindern oder sogar vollständig zu heilen.
Fazit
Ganz egal, wie lange du vielleicht vorhast zu Fasten – du kannst immer von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren. Das Fasten ist immer freiwillig. Niemand wird dazu gezwungen oder sollte sich unter Druck setzen, einen festgelegten Zeitraum durchziehen zu müssen. Fasten kann an jedem Tag beendet werden. Je länger gefastet wurde, umso länger sollte man sich Zeit für einige Aufbautage nehmen.
Hast du schon einmal gefastet? Oder interessiert dich das Thema gerade? Du darfst mir gerne direkt hier einen Kommentar dazu hinterlassen. Auch gerne, ob dir mein Beitrag gefallen hat. Ich wünsche dir eine schöne Fastenzeit.
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