Der Begriff Adenosintriphosphat, kurz ATP, ist dir vielleicht schon einmal über den Weg gelaufen, wenn du dich mit Biochemie (in der Schule) oder mit Leistungssport beschäftigt hast. Normalerweise ist es im Alltag aber eher nicht so geläufig, sich über ATP auszutauschen. Dabei ist es das, was uns alles ermöglicht. ATP ist die Energie, die Leben möglich macht. Es ist sozusagen die Währung des Lebens für alles was wir tun.
Was genau ist ATP?
Im Grunde genommen ist ATP der „Heilige Gral“ der Biologie. Ohne dieses Molekül würde sich im Körper nichts bewegen: Nervenzellen geben Signale weiter, Synapsen reagieren, Muskeln bewegen sich, Gehirn, Herz und Darm arbeiten – nur mit ATP. Es wird vor allem in den Mitochondrien, den kleinen Kraftwerken in unseren Zellen, hergestellt.
Adenosintriphosphat ist ein Molekül, das aus Adenin und Ribose = Adenosin und drei („tri“) Phosphaten, die daran gebunden sind besteht. Und genau in diesen Bindungen ist die Energie gespeichert, die unsere Zellen für jede noch so kleine Körperfunktion benötigen.
Wie wird die Energie frei?
Wenn unsere Zellen die Energie aus den Phosphatbindungen nutzen wollen, wird das ATP in ADP „umgebaut“. Das ist ein Vorgang, der sich ATP-Hydrolyse nennt. Eins der drei Phosphate wird abgetrennt und die Energie kommt aus der Bindung heraus. Wie bei einem Akku, der voll geladen ist und Energie abgeben kann. Das Adenosintriphosphat von eben hat jetzt nur noch zwei Phosphate gebunden und ist ein Adenosindiphosphat (ADP).
Der Kreislauf: Laden und Entladen
Unsere Zellen verbrauchen ATP aber nicht nur, sondern recyceln es ständig. Sie laden den kleinen Molekül-Akku immer wieder auf. Dafür brauchen wir Energie und Nährstoffe aus unserer Nahrung. Denn das ADP ist jetzt wieder frei für ein drittes Phosphat und wird, sobald es eines aufgenommen hat, wieder zu ATP. Das geschieht in einer andauernden Abfolge von biochemischen Prozessen und Kreisläufen in unseren Zellen.
Wieviel ATP verbrauchen wir?
Unsere Zellen erzeugen täglich etwa soviel ATP, wie wir wiegen. Also mehrere Kilogramm dieses Moleküls werden jeden Tag aufs Neue von unserem Körper selbst hergestellt. Das allein finde ich total bemerkenswert. Allerdings befinden sich zu jedem Zeitpunkt nur wenige Gramm ATP im Körper, denn es wird direkt für unsere Aktivitäten – Atmen, Bewegen, Verdauen, Denken, Muskulatur, Herzschlag und so weiter – verbraucht. ATP ist auch nur wenige Minuten stabil. Es gibt seine Energie gerne schnell ab.
ATP „Mangel“?
Du kannst keinen Mangel an ATP in klassischen Sinn von „ich esse zu wenig gesunde Lebensmittel, die ATP enthalten“ haben, denn deine Mitochondrien stellen es ja selbst her. Aber um ATP vernünftig herstellen zu können, müssen natürlich die Voraussetzungen gegeben sein. Und zwar tatsächlich in Form von Nahrung. Dazu gehören die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) genauso wie die Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente usw.)
Dazu kommt, dass im Lauf der Zeit Energiefluss und die Fähigkeit der Regeneration abnehmen und gleichzeitig oxidativer Stress ansteigt. Im Prinzip sind das die normalen Anzeichen des Älterwerdens. Das kann sich in sinkender Belastbarkeit, „Brainfog“ oder längerer Regenerationszeit äußern.
Aber wer will sich schon eingestehen alt zu sein? Wir wollen alle lange gesund und leistungsfähig bleiben. Also was kannst du für deine Zellen tun?
ATP unterstützen? So geht das.
Magnesium und ATP
Magnesium wird als Cofaktor für alle ATP-abhängigen Reaktionen benötigt. Es stabilisiert das ATP-Molekül und trägt zu seiner Energiefreisetzung bei.
Coenzym Q10 und ATP
Die Elektronentransportkette (ETC) in der inneren Mitochondrienmembran ist das Herzstück der Energieproduktion. CoQ10 gehört hier als Elektronenträger zu den Schlüsselfaktoren und verbessert den Sauerstofftransport.
B-Vitamine und ATP
Die B-Vitamine sind an Stoffwechselprozessen beteiligt, die Nahrungsbestandteile in ATP umwandeln.
Zink & Selen und ATP
Die beiden Spurenelemente Zink und Selen sind ebenfalls Cofaktoren, die Enzyme bei der Verarbeitung der Makronährstoffe unterstützen. Außerdem schützen sie vor oxidativem Stress.
Sauerstoff und ATP
Sauerstoff ist die Grundlage für die Zellatmung, den gesamten Prozess der ATP Synthase und unseren Energiestoffwechsel. Ohne Sauerstoff (anaerob) können die Zellen nur eine sehr geringe Menge ATP produzieren, die deinen Energiebedarf nicht deckt.
Mein Fazit.
Du verstehst jetzt die Grundlage der Energiegewinnung im Körper bzw. in deinen Zellen. Die Natur hat komplexe Prozesse erschaffen, die mit dem Alter „ermüden“ können, wenn du deine Versorgung schleifen lässt. Aber davon sollten wir uns nicht verunsichern lassen. Kleine Verbesserungen zeigen sich nach einiger Zeit wieder in mehr Alltagsenergie und kognitiver Leistungsfähigkeit. Egal ob du das im Sinne einer ganzheitlichen Prävention anstrebst oder dich mit „Longevity“ auseinandersetzt, kannst du deine Energieproduktion selbst unterstützen. Versorge deinen Körper täglich mit den nötigen Nährstoffen, frischer Luft und Bewegung – so wie er dich täglich mit ATP versorgt.
